Gute Videos mit dem Smartphone drehen
Ein aktuelles Smartphone filmt besser als viele Kameras vor zehn Jahren. Was die meisten Handyvideos trotzdem schwach aussehen lässt, sind nicht die Geräte, sondern ein paar Einstellungen, das Licht und der Ton. Hier ist, worauf ich achten würde, wenn ich nur ein Handy hätte.
Die Einstellungen
- Hauptkamera statt Frontkamera. Die Kamera auf der Rückseite ist fast immer die bessere. Wer sich selbst filmt, nutzt einen kleinen Monitor oder einen Freund.
- Kein Ultraweitwinkel für Gesichter. Er verzerrt, vor allem nah dran. Für Menschen die normale Linse.
- Auflösung und Bildrate. 4K mit 25 oder 30 Bildern pro Sekunde ist ein guter Standard. Die Bildrate bleibt im ganzen Projekt gleich.
- Belichtung und Schärfe festhalten. Lang auf das Gesicht tippen, bis die Sperre erscheint. Sonst pumpt die Helligkeit, sobald jemand durchs Bild läuft.
- Nicht digital zoomen. Lieber einen Schritt näher gehen.
- Linse putzen. Klingt banal, ist aber der häufigste Grund für milchige Bilder.
- Flugmodus an. Ein Anruf mitten in der besten Aufnahme ist ärgerlich.
Licht schlägt Technik
Stell dich mit dem Gesicht schräg zum Fenster, nicht mit dem Rücken dazu. Deckenlicht aus, wenn Tageslicht reicht. Direkte Sonne vermeiden, bewölkt ist ideal. Mit diesen drei Regeln sieht ein Handyvideo schon deutlich teurer aus.
Mehr dazu im Ratgeber Licht für Unternehmensvideos: so sieht es hochwertig aus.
Ton: der größte Hebel
Das Mikrofon im Handy ist das schwächste Glied. Ein kleines Ansteckmikrofon, das ans Handy angeschlossen wird, macht den größten Unterschied, den du für wenig Geld bekommst. Und: Raum mit Möbeln statt leerer Besprechungsraum.
Warum das so wichtig ist, steht im Ratgeber Ton im Video: warum er wichtiger ist als das Bild.
Halt und Bewegung
Ein wackeliges Bild wirkt schnell zufällig. Für Sprechszenen gehört das Handy auf ein Stativ, auf Augenhöhe. Für Bewegung hilft ein Gimbal, oder du bewegst dich langsam und gleichmäßig mit beiden Händen am Gerät. Bewegung im Bild ist gut, Bewegung des Bildes nur, wenn sie gewollt ist.
Wann ein Profi-Dreh den Unterschied macht
Für spontane Einblicke, Stories und schnelle Antworten ist das Handy perfekt. Wenn ein Video deine Marke tragen soll, wenn es um Wiedererkennung, Look und Vertrauen geht, macht ein geplanter Dreh mit Licht, Ton und einer Handschrift den Unterschied. Beides schließt sich nicht aus.
Wenn dein Team selbst drehen will: Wir bieten Workshops an, in denen ihr das an euren eigenen Räumen und Themen lernt. Frag einfach in der Ersteinschätzung danach.
Häufige Fragen
Welches Handy ist am besten?
Ehrlich: Fast jedes aktuelle Gerät ist gut genug. Licht, Ton und ruhige Hände machen mehr aus als das Modell.
Hoch- oder Querformat?
Für Reels, TikTok und Shorts hochkant. Mehr dazu im Ratgeber Hochkant drehen.
Soll ich Filter benutzen?
Lieber nicht. Ein einheitlicher, natürlicher Look wirkt hochwertiger als wechselnde Filter.
Bietet ihr Schulungen an?
Ja, in Workshops lernt dein Team, wie Content entsteht, der wirklich zu euch passt, von der Idee bis zum fertigen Video.
Geschrieben von Bastian Obitz
Automotive Cinematography bei cebo studio. Sechs Jahre Veranstaltungstechnik, danach Metallbau, seit 2019 hinter der Kamera, seit 2022 mit eigenem Betrieb. Von ihm stammt der Look unserer Videos.
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Willst du es selbst können oder machen lassen?
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