Sicher vor der Kamera: so wirkst du natürlich
Fast niemand steht gern vor der Kamera, auch die nicht, die später am natürlichsten wirken. Das liegt nicht am Talent, sondern an der Situation. Ändert man die Situation, ändert sich die Wirkung.
Warum es sich komisch anfühlt
Vor der Kamera passiert etwas Seltsames: Du sprichst mit einem Glas statt mit einem Menschen, alle schauen dir zu, und jeder Versprecher fühlt sich endgültig an. Kein Wunder, dass Schultern hochgehen und Sätze steif werden. Das Gute: Fast alles davon lässt sich mit ein paar Kniffen lösen.
Was wirklich hilft
- Stichpunkte statt TextWer einen Text aufsagt, klingt wie jemand, der einen Text aufsagt. Mit drei Stichpunkten erzählst du, was du sowieso weißt.
- Kurze AbschnitteWir drehen Satz für Satz oder Gedanke für Gedanke. Niemand muss eine Minute am Stück fehlerfrei sprechen.
- Ein Mensch neben der KameraOft spricht man besser mit mir als mit der Linse. Dann stelle ich mich direkt daneben, und du erzählst mir etwas.
- WarmlaufenDie ersten Takes sind zum Ankommen. Meist ist der dritte oder vierte der, den wir nehmen.
- Etwas mehr EnergieDie Kamera schluckt Energie. Wer ein kleines bisschen lebendiger spricht als im Alltag, wirkt im Video ganz normal.
- Hände dürfen mitredenErzähl mit den Händen, wie du es sonst auch tust. Steif angelegte Arme sehen nach Prüfung aus.
Was du nicht brauchst
- Perfektion. Ein kleiner Versprecher, der stehen bleibt, macht dich oft sympathischer.
- Ein Skript im Kopf. Du bist der Experte für dein Thema, das reicht.
- Schauspielerei. Gesucht ist nicht eine Rolle, sondern du an einem guten Tag.
Und wenn es gar nicht geht?
Dann gibt es andere Wege. Nicht jedes Video braucht dein Gesicht: Mitarbeiter, Hände bei der Arbeit, Produkte oder Abläufe können genauso tragen. Es hilft sehr, wenn du selbst sichtbar bist, weil Menschen Menschen vertrauen. Pflicht ist es nicht.
Warum das Gesicht so viel ausmacht, steht im Ratgeber Personal Branding: Als Unternehmer selbst sichtbar werden.
Häufige Fragen
Ich bin total nervös. Ist das schlimm?
Nein, das sind fast alle. Nach den ersten Minuten legt sich das in der Regel, spätestens wenn wir in kurzen Abschnitten drehen.
Was ziehe ich an?
Was du sonst auch trägst, in ruhigen Farben. Feine Streifen und kleine Muster flimmern im Video.
Sehe ich mir das fertige Video vorher an?
Ja. Jedes Video kommt zur Freigabe auf dein Handy, nichts geht ohne dein OK raus.
Muss ich in die Kamera schauen?
Nicht immer. Bei Interviews schaust du zu mir neben die Kamera, bei direkten Ansprachen in die Linse. Wir entscheiden das je Video.
Geschrieben von Bastian Obitz
Automotive Cinematography bei cebo studio. Sechs Jahre Veranstaltungstechnik, danach Metallbau, seit 2019 hinter der Kamera, seit 2022 mit eigenem Betrieb. Von ihm stammt der Look unserer Videos.
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