Rolling Shots: Autos in Bewegung filmen
Rolling Shots sind Aufnahmen eines fahrenden Autos aus einem zweiten, mitfahrenden Fahrzeug. Sie zeigen ein Auto so, wie es gemacht ist: in Bewegung. Gut gemacht wirken sie schnell, ruhig und hochwertig, und das hat weniger mit Geschwindigkeit zu tun als mit Technik und Planung.
Was einen Rolling Shot ausmacht
Zwei Fahrzeuge fahren nebeneinander oder hintereinander, im Kamerafahrzeug sitzt die Kamera so stabil wie möglich. Das gefilmte Auto steht im Bild scheinbar still, während Straße und Umgebung vorbeiziehen. Genau dieser Kontrast erzeugt das Gefühl von Tempo und Kontrolle zugleich.
Als Kameramann aus der Automotive Cinematography sage ich: Ein Auto, das steht, ist ein Produkt. Ein Auto, das fährt, ist ein Versprechen.
Die Technik dahinter
- Stabilisierung. Ein Gimbal oder ein Kameraarm gleicht Bodenwellen aus. Ohne Stabilisierung sieht jede Unebenheit aus wie ein Erdbeben.
- Verschlusszeit. Ich arbeite nach der 180-Grad-Regel: Die Verschlusszeit ist etwa doppelt so kurz wie die Bildrate, bei 25 Bildern also rund 1/50 Sekunde. So verwischen Räder und Straße natürlich, und das Auto wirkt in Bewegung statt eingefroren.
- ND-Filter. Bei Tageslicht ist so eine Verschlusszeit zu hell. Graufilter vor dem Objektiv nehmen Licht weg, ohne die Bewegung zu verändern.
- Polfilter. Lack und Scheiben spiegeln den Himmel. Ein Polfilter steuert diese Spiegelungen.
- Brennweite. Längere Brennweiten aus etwas Abstand verdichten den Hintergrund und lassen langsame Fahrten schneller wirken.
Licht und Ort
Die schönsten Rolling Shots entstehen in der goldenen Stunde, kurz nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang. Das Licht kommt flach, warm und weich, und es zeichnet die Linien eines Autos, statt sie zu überstrahlen. Mittagssonne macht harte Reflexe auf dem Lack.
Der Ort muss passen: wenig Verkehr, ein guter Belag, ein Hintergrund, der zur Marke passt, und genug Platz, damit beide Fahrzeuge sicher nebeneinander fahren können.
Sicherheit zuerst
Rolling Shots sind Teamarbeit. Die Fahrer brauchen Erfahrung und eine klare Absprache, am besten per Funk. Es gilt die Straßenverkehrsordnung, kein Bild ist ein Risiko wert. Für Aufnahmen auf gesperrten Strecken braucht es Genehmigungen, und die planen wir vorher ein. Viele Bilder, die schnell aussehen, entstehen übrigens bei überraschend niedrigem Tempo, Technik und Brennweite erledigen den Rest.
Perspektiven, die wir nutzen
- Schräg von vorn, das klassische Drei-Viertel-Bild
- Tief über dem Asphalt, damit das Auto größer und kraftvoller wirkt
- Seitlich mitfahrend, um Linie und Räder zu zeigen
- Von hinten mit Blick auf Heck und Straße
Rolling Shots sind ein fester Baustein von PACE, unserem System für Autohäuser. Warum schöne Bilder allein trotzdem kein Auto verkaufen, steht im Ratgeber Warum ein schönes Autovideo noch kein Auto verkauft.
Aus der Praxis
2,5 Mio. AufrufeAutohaus Schneider HeilbronnAutomotive Content mit dem Inhaber als Gesicht: 2,5 Millionen Aufrufe in den ersten zwei Monaten.Häufige Fragen
Wie schnell fahrt ihr bei Rolling Shots?
Oft langsamer, als es aussieht. Verschlusszeit, Brennweite und Perspektive erzeugen das Tempo, die Sicherheit geht immer vor.
Braucht man dafür eine Genehmigung?
Auf öffentlichen Straßen gelten die normalen Verkehrsregeln. Für Sperrungen oder besondere Aufbauten braucht es Genehmigungen, die wir vorher klären.
Welches Licht ist am besten?
Die goldene Stunde kurz nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang. Weiches, flaches Licht zeichnet die Linien des Autos.
Gehören Rolling Shots zu PACE?
Ja, sie sind ein fester Baustein unserer Automotive Cinematography für Autohäuser.
Geschrieben von Bastian Obitz
Automotive Cinematography bei cebo studio. Sechs Jahre Veranstaltungstechnik, danach Metallbau, seit 2019 hinter der Kamera, seit 2022 mit eigenem Betrieb. Von ihm stammt der Look unserer Videos.
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